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[ 16.04.1987 ]
Ein neuer Club will einem alten Sport mit Ehrgeiz
und Einsatz Anerkennung verschaffen

Grasshoppers basteln an Basis für Baseball

Seit der Gründung eines neuen Sportvereins Ende des vergangenen Jahres kämpfen die Baseball-Spieler des BC Grasshoppers e.V. Erbach im Odenwaldkreis um die Anerkennung ihrer hierzulande neuen Sportart. Manchem Odenwälder mag dieser Sport fremd und exotisch vorkommen, für die 17 junge Menschen im Alter von 17 bis 22 Jahren aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Berufen gilt dies jedoch nicht.Sie nehmen größte Strapazen auf sich, um Baseball auch im Odenwald populär und sozusagen gesellschaftsfähig zu machen. Immerhin muß jeder Spieler rund 200 Mark für seine Ausrüstung hinlegen, darüber hinaus hat der Verein erhebliche finanzielle Mittel für die erforderlichen Gerätschaften bereitzustellen. Da die Grasshoppers bislang auf der Suche nach einem Sponsor noch nicht fündig wurden, müssen die Mitglieder ihren in der Anfangszeit doch recht kostenspieligen "Gentleman-Sport" aus der eigenen Tasche finanzieren.



Auch schon ein Softball-Team gegründet

Die zunehmende Beliebtheit in erbach führte bereits dazu, dass vor rund drei Wochen zehn junge Damen eine dem BC angeschlossene Softball-Manschaft(Baseball für Frauen)gegründet haben. Trainiertwerden sie von Jürgen Helmig, einem ehemaligen Profispieler aus Amerika, der heute Obmann der Landesliga hessenist.Die Herren werden von Jon Cowans, einem kanadischen Highschool-Lehrer, fachgerecht unterwiesen. Was ist nun aber Baseball- und wie wird es gespielt? Baseball ist ein hartes, dem deutschen Schlagballspiel ähnliches, kampfbetontes Mannschaftsspiel. In den USA wurde dieser Sport bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wettkampfmäßig betrieben.

Seinen Ursprung hatte Baseball in England, wo es schon Anfang des 18. Jahrhunderts bekannt war. Von dort aus wurde Baseball bis Amerika weitergegeben, wo es sich nach der Reglementierung durch Alexander Cartwright in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Nationalsport entwickelte. In Europa konnte Baseball bislang nicht recht Fuß fassen, obwohl vor allem in England, Irland und Italien immer wieder Versuche dazu unternommen wurden. Beim Spielen stehen sich zwei Teams (Fänger und Schläger) von je neun Spielern in einem rautenförmigen, 27 mal 27 Meter großen Spielfeld gegenüber. Eine Ecke gilt als Schlagmal (home base), die drei anderen sind Lauf- oder Standmale (bases). Der Wettkampf beginnt, wenn der Werfer (pitcher) aus der Spielfeldmitte dem am Schlagmal postierten Schläger (batter) den harten, kinderfaustgroßen, aus Kork, Gummi, Wolle und Pferdeleder bestehenden Ball wuchtig zuwirft.

Mit einer 1,05 Meter langen, am Ende bis zu 7 cm dicken, beidarmig geführten Schlagkeule versuch der Schläger, den Ball zurückzuschlagen - damit ihm Zeit bleibt, an der Grundlinie entlang mindestens ein Laufmal zu erreichen. Verfehlt sein Schlag den Ball, so fängt der hinter ihn postierte, an Kopf und Brust geschützte Fänger den Ball mit einem großen ledernen Fanghandschuh. Das Fängerteam versucht nun, mit dem Ball die von Laufmal zu Laufmal stürmenden Schläger abzuwerfen. Wer am Mal steht, darf nicht abgeworfen werden. Sind drei Spieler getroffen, so findet ein Seitenwechsel statt, der für jede Mannschaft neunmal wiederholt wird. Diese neun Spielabschnitte werden "innings" genannt. Jeder, der beim Spurt um die Laufmale wieder das Schlagmal erreicht, ohne getroffen worden zu sein, hat für sein Team einen Punkt gewonnen und ist wieder schlagberechtigt. Ziel des Spieles ist es, möglichst viele Läufe "runs", die je einen Punkt zählen, ungetroffen zu überstehen, wobei während eines günstigen Schalgs auch mehrere Läufer der schlagenden Partei gleichzeitig starten können.


Das Problem: Kein Platz für Heimspiele

Kurz vor dem offiziellen Rundenstart in der niedrigsten Baseball-Klasse, der Landesliga Hessen,stehen dem BC Grasshoppers Erbach Schwierigkeiten ins Haus. Der Verein stellte zwar den Antrag bei der Stadt, einen geeigneten Platz zu erhalten, bemühten sich beispielsweise um das Spielfeld neben dem Reiterstadion, erhielten aber keine erlaubnis, am samstag (25.) um 14 Uhr zum ersten Rundenspiel gegen die Ladenburg Romans 2 auf dieses Gelände aufzulaufen:An diesem Nachmittag sind allein drei Begegnungen der Fußballer von FC und FSV angesetzt- Pflichtspiele der Fußball-B-Liga, der C-Jugend-Bezirksliga und der C-Jugend-Kreisklasse.

Nach Aussage des Vorsitzenden der Grasshoppers, Oliver Hezel, und seinem Stellvetreter Jochen Scharmann wäre es möglich, nach der Beseitigung eines sonst mitten im Feld stehenden Holzzauns dort zu spielen.Für die in zweiter Linie notwendige Verlängerung eines Fangzaunes und die eventuelle Aufschüttung des Platzes, der zudem ein wenig größer sein müßte, käme der Verein selbst auf, ohne dass die Stadt finanzielle Mittel aufbringen müßste. Auch bezüglich der Trainingsgelegenheiten werden noch Gespräche mit den Erbacher Verantwortlichen zu führen sein, denn derzeit trainieren die Baseballspieler mehr oder wenig geduldet auf dem kleinen Hartplatz vor der Tribünenhalle. Den Baseball-Sprechern gegenüber, so deren Auskunft, begründete die Stadt das Nichtgewähren einer Spielfläche damit, dass die Platzkapazitäten angesichts der großen Anzahl von Vereinen ohnehin knapp sind und weiteren Forderungen nicht nachzukommen sei.

Bleibe zu hoffen, dass im sportbegeisterten Erbach die Initiative der jungen und begeisterungsfähigen Leute doch noch aufkommen wird, damit der Baseball-Sport auch im Odenwald eine Heimat in Gemeinsamkeit und gutnachbarlichen Beziehungen zu den anderen Vereinen finden kann.Baseball wäre sicher eine Bereicherung im sportlichen Angebot des Odenwaldkreises und möglicherweise ein Anziehungspunkt. Die Grasshoppers haben in Freundschaftsspielen immerhin bereits zwei der fünf Gegner aus der sechs Mannschaften starken Landesliga bezwingen können.Am vergangenen Wochenende nutzten die Grasshoppers die Möglichkeit zum Test beim ersten Darmstädter Frühjahrscup, der an zwei Tagen in Turnierform mit Doppel-K.O.- System ausgetragen wurde. Die Erbacher kamen hinter Messel und Hemsbach auf den dritten Platz vor Darmstadt und Rüsselsheim, die genau wie das Team aus dem Odenwald vor ihrer ersten Baseball-Saison stehen.

 

 

 

 

 

 

 


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